Dieser Preis spornt an

Springes Sportler des Jahres sind schon jetzt erfolgreich – wollen aber noch viel mehr erreichen.

Wortspiele mit Namen sind unter Journalisten eigentlich verpönt. Dieses passte allerdings: „Von wegen Kummer“, sagte Sportgala-Moderatorin Kerstin Werner bei der Ehrung der Sportlerin des Jahres: Das 15-jährige Schwimmtalent Leonie Kummer vom SSV Springe hatte sich knapp vor der zweimaligen Siegerin Anna Hartje durchgesetzt – als eine der jüngsten Preisträgerinnen überhaupt in der zehnjährigen Sportgala-Geschichte.

Die Überraschung war groß bei der Coppenbrüggerin, die seit zwei Jahren für den SSV startet und 2018 Kreis- und Bezirkstitel gewann. Bei den Landesmeisterschaften konnte sie nicht starten – das will sie in diesem Jahr nachholen. „Wenn dabei die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft herausspringt, hätte ich auch nichts dagegen“, sagte sie. „Mein Sport bedeutet mir sehr viel, ich mache ihn ja schon viele Jahre, und es macht immer noch Spaß.“

Die gläserne Trophäe der Sportgala dürfte ein zusätzlicher Ansporn sein. Genau wie für Handballer Jannes Krone, der aus der Jugend der HF Springe stammt und mittlerweile bei Bundesligist Hannover-Burgdorf Karriere macht. „Ich will weiter versuchen, mich im Bundesliga-Team zu etablieren“, sagte er. Und: „Ich freue mich, dass mich die Springer nicht vergessen haben.“ Der 21-Jährige kannte die Sportgala bisher aus ganz anderer Perspektive: „Früher war ich hier als Bühnenhelfer dabei, da hab ich schon mal gedacht: Es wäre auch cool, mal selbst auf der Bühne zu stehen.“

Der zweitplatzierte Judoka Andreas Meusel aus Bennigsen war auch zufrieden: „Eigentlich will man als Sportler ja immer gewinnen. Aber das ist so eine gelungene Veranstaltung – da zählt doch eher der olympische Gedanke.“

Für die Rollhockey-Damen des SC Bison Calenberg ist der Gang auf die Bühne schon Routine – allerdings waren sie zum ersten Mal die letzten, die nach oben gerufen wurden: als Mannschaft des Jahres 2018. „Endlich mal Erste“, freuten sie sich, nachdem sie zuletzt dreimal in Folge im Bundesliga-Finale der ERG Iserlohn den Vortritt lassen mussten. In der laufenden Saison sind die Ergebnisse bislang durchwachsen, der Weg in die Playoffs wird diesmal kein Durchmarsch für die Mannschaft um Spielführerin Britt-Stina Brandt: „Aber der Preis motiviert uns natürlich“, sagte die Nationalspielerin – und ging mit ihren Teamkolleginnen feiern. Ausnahmsweise mussten die Bison-Damen nicht früh nach Hause, denn das für Sonnabend angesetzte Heimspiel gegen Wuppertal war kurzfristig abgesagt worden. „Es ist das erste Mal, dass wir am Tag nach der Sportgala kein Spiel haben“, freute sich Kim Alina Henckels.