Der Preis als Ansporn

Auf den Lorbeeren ausruhen gilt nicht für Anna Hartje, Tim Otto und die Handball-Damen

Lange feiern konnte Springes Sportler des Jahres nicht. Das Siegerfoto, das Interview für das Sportgala-Video – dann musste Tim Otto los. „Wir haben morgen ein wichtiges Spiel“, entschuldigte sich der Torjäger der Handballfreunde. Den Rat von Benjamin Chatton setzte Otto damit gleich um: „Man darf Tage wie diesen nicht als Belohnung sehen, sondern als Ansporn“, hatte der Geschäftsführer der „Recken“ in seiner Laudatio auf den 19-jährigen Münderaner gesagt. Der war überrascht, dass die NDZ-Leser ihn gewählt hatten. „Ich bin ja erst ein halbes Jahr in Springe“, sagte er. Aber auch in Bad Münder wird ja die NDZ gelesen. Unter anderem von seinem Vater Michael – und der hatte im Bekanntenkreis etliche Stimmzettel akquiriert, wie er augenzwinkernd verriet. „Das ist eine schöne Ehrung, aber der mannschaftliche Erfolg ist mit wichtiger“, sagte Tim Otto, der sich vor Tennistalent Nils Moldehn und Schwimmer Hagen Sicher durchsetzte.
Überrascht von ihrer Titelverteidigung war auch Anna Hartje. „Allein, wieder nominiert zu sein, war schon toll“, sagte die Rollhockey-Nationalspielerin von Bison Calenberg, die auch mit ihrer Mannschaft zur Wahl gestanden hatte, sich aber nicht durchsetzen konnte. Im Gegensatz zu Tim Otto hatte sie am Wochenende kein Spiel – und konnte ausgelassen feiern.
Ebenfalls ihren Titel verteidigt haben die Handballerinnen der HF Springe – und waren ebenso überrascht. „Wir hatten ja starke Konkurrenz“, sagte Trainerin Manuela Porcarelli und lobte ihre Mädels: „Die sind nicht nur fleißig und hübsch und spielen gut Handball – sie haben vor allem viel Spaß.“ Das sah man später auch auf der Tanzfläche.
Auf der war die zweitplatzierte Mannschaft allerdings zuerst vertreten. Kein Wunder: Tanzen ist eben das Metier der Videoclipdancer von JenGeneration. Und Trainerin Aline Jendrock konnte auch mit dem zweiten Platz gut leben: „Die Mädels haben Spaß und freuen sich, dass sie hier sind – das ist die Hauptsache.“ Besser hätte sie das olympische Motto, dass dabei sein alles ist, nicht interpretieren können.