Die Familie des Jahres

JenGeneration ist mehr als eine Mannschaft / Sieger der Sportlerwahl feiern bis in die Nacht

Martin Andermatt weiß, „wie schwer es ist, einen großen Ball zu kontrollieren“, sagte der 96-Aufsichtsrat bei seiner Laudatio auf Nils Moldehn, „und du schaffst es mit einem viel kleineren.“ Das Tennistalent aus Springe, das für den DTV Hannover antritt, ist eben ein Könner. Bester Niedersachse in der Deutschen Rangliste seines Jahrgangs ist der 15-Jährige – und nun auch Springes Sportler des Jahres.

Im vorigen Jahr war er noch Zweiter geworden. „Da hast du doch etwas geschafft seit dem letzten Jahr“, sagte Andermatt. Und ist sicher: „2018 wirst du noch ganz viele Plätze nach oben kommen in der Rangliste – auch bei den Herren. Vielleicht sogar in Regionen, in denen du Springe richtig bekannt machst.“

Moldehns kurzfristige Ziele sind bescheidener: „Ich will mein Spiel weiter verbessern“, sagte er – und verschwand auf die Party. „Ein paar meiner Klassenkameraden sind da, um mit mir zu feiern.“

Mit noch kleineren Bällen als er hantiert Paulina Döbbe: Das Tischtennis-Ass vom FC Bennigsen nahm zum zweiten Mal einen gläsernen Pokal mit nach Hause. Vor drei Jahren gewann sie mit der OHG-Mädchenmannschaft den Mannschaftstitel. In den vergangenen Jahren hatte sie in ihrer Altersklasse bei der Jugendstadtmeisterschaft immer den Titel abgeräumt. „Tischtennis begleitet mich, seit ich sieben Jahre alt bin, es ist ein Teil meines Lebens – schön, dass das gewürdigt wird“, sagte sie – und feierte anschließend gemeinsam mit JenGeneration, der Mannschaft des Jahres. „Da tanzen viele Freundinnen von mir mit“, verriet Döbbe.

Die Videoclipdancing-Formation aus Springe siegte mit einem so großen Vorsprung, dass die Verfolger schon ein Fernglas gebraucht hätten, um sie noch zu sehen: Fast 50 Prozent der Stimmen holte sie. „Die Mädels haben ordentlich Coupons gesammelt, haben Freunden und Verwandten Bescheid gesagt und sogar Zettel verteilt“, sagte Trainerin und Choreografin Aline Jendrock, für die ihre 24 Tänzerinnen und ein Tänzer „eigentlich gar keine Mannschaft“ sind: „Wir sind eine Familie.“